Über die Autorin

Stelle Dich deinen Lesern doch kurz vor.

Mein Autorenname ist Diana Wintermeer und ich schreibe Gay Romance & Homoerotik mit gehörigem Dramaanteil, für all diejenigen, die tragische Liebesgeschichten mögen und sich nicht vor großen Gefühlen scheuen.

Schreibst Du unter einem Pseudonym?

Vornehmlich weil ich einen Autorennamen wollte, der klangvoll ist und schon an sich ein starkes Bild in dem potentiellen Leser hervorruft. Außerdem ist der Winter ein zentrales Motiv in vielen meiner Geschichten. Das Meer steht für mich für Unendlichkeit, für eine urgewaltige Kraft aber gleichzeitig auch für Ruhe und Melancholie. Das Wortspiel »Wintermeer« drückt sinnbildlich ziemlich gut aus, was man von meinen Geschichten erwarten darf.

Was macht deine Romane so besonders?

Meine Bücher erzählen Geschichten, die so nicht jeden Tag passieren. Das soll nicht heißen, dass sie aus der Luft gegriffen sind. Jede Geschichte hat feste Wurzeln in der Realität. Aber träumen wir nicht alle davon, dass »Wunder« oder »Märchen« passieren? Dass wir Teil von etwas Großem werden?
Ich möchte, dass meine Bücher starke Bilder zeichnen und lange nach dem Lesen in Erinnerung bleiben. Meiner Meinung nach kann man das nicht nur mit fantastischer Literatur schaffen. Auch große Liebesgeschichten können durchaus das Zeug dazu haben, unsterblich zu werden.
Nenne ich zum Beispiel Werke wie Brokeback Mountain oder Titanic, so hat jeder sofort die Geschichte im Kopf. Genau das möchte ich erreichen.

Davon abgesehen lege ich großen Wert darauf, dass meine Geschichten alle Sinne des Lesers ansprechen und beflügeln. Meine Leser sollen die Liebe nicht nur fühlen, ich möchte, dass sie sie genauso auch sehen, hören, riechen und schmecken. Sie sollen sie mit allen Sinnen erfahren. Nur das macht eine Erfahrung wirklich unvergesslich.

Und weshalb all die Tragik/Dramatik?

Die Dramatik ist in meinen Büchern ein unverzichtbares Element. Glück und Leid gehören für mich untrennbar zusammen. Sie sind die zwei Seiten einer Medaille. Gewicht und Gegengewicht. Licht und Schatten. In meinen Büchern wird Schmerz immer ein zentrales Motiv sein. Er macht meine Geschichten (so hoffe ich) ein Stück weit lehrreich, was, wie ich finde, sehr wichtig ist.    

Ich weiß, heutzutage ist es geradezu verpönt, Schmachtfetzen zu schreiben. Viele Autoren sind der Ansicht, dass nur das nüchterne, gefühlskarge Schreiben professionell sei. Je kälter der Schreibstil, desto besser. Ich habe sogar von Schriftstellern gelesen, die per Suchfunktion blind alle Adjektive aus ihren Texten löschen, nur damit sich ja kein überflüssiges Quäntchen Sentimentalität in ihre Texte schleicht.
Diese Entwicklung finde ich fragwürdig. In meinen (>)zehn Jahren als Hobbyschreiber habe ich eines gelernt: Je emotionaler und gefühlsintensiver meine Texte waren, desto mehr Aufmerksamkeit und Zuspruch habe ich bekommen. Die Menschen sehnen sich nach Gefühlen. Sie wollen großes Kino.
Ich empfinde es als Lob, wenn mir ein Leser schreibt: [Zitat] »Du hast mich zum Weinen gebracht. Jetzt habe ich Bauchschmerzen. Ich brauche erst mal einen Tee.« Oder: »Mir ist ganz schlecht. Ich weiß gar nicht, ob ich glücklich oder traurig bin.«
Dann habe ich erreicht, was ich erreichen wollte. Ich habe den Leser tief berührt und höchstwahrscheinlich wird er die Geschichte nicht mehr so schnell vergessen. Was kann ich mir mehr wünschen?

Wie bist Du Autorin geworden?

Ich schreibe eigentlich schon Geschichten, seitdem ich denken kann. Mein Kopf hing immer in den Wolken. Ich habe schon immer viel fantasiert und taggeträumt. Irgendwann fing ich dann an, ganze Notizbücher damit zu füllen. Erstaunlicherweise waren selbst die ganz frühen Texte schon sehr dramatisch. Später, als es dann das Internet gab, bot sich mir die Möglichkeit, meine Geschichten öffentlich zu machen. Zudem habe ich viel fandomrelated Fiction geschrieben.
Das Schreiben ist für mich eine Sucht. Ein Lebenselixier. Es gab immer Phasen, in denen ich nicht schreiben konnte. Das waren dunkle Zeiten. Ich fühlte mich unausgeglichen und war depressiv. Erst sehr spät habe ich realisiert, dass ich mich nur so schlecht fühlte, weil mir das Schreiben fehlte.
Vor sechs Jahren kam dann die Idee zu Die Farbe des Lichts.
Das erste Mal dachte ich darüber nach, eine Geschichte in Buchlänge zu schreiben. Ich begann mit der Arbeit an dem Manuskript, brach sie aber immer wieder ab. Es wurde mir immer klarer, dass ich (noch) nicht das Zeug dazu hatte, ein Buch zu schreiben. Ich gab die Hoffnung jedoch nie auf und als ich mich vor sechs Monaten wieder an den Text setzte, funktionierte es auf einmal. Der Text war in meinem Kopf gereift und ich anscheinend mit ihm. 

Warum gerade MM/Gay Romance?
    
Die Frage wird mir oft gestellt und ich tue mich immer noch schwer damit, eine passende Antwort darauf zu finden. Fakt ist, dass ich vor circa elf Jahren über die japanische Manga-Kultur mit MM in Kontakt kam. Und es ging mir wie den meisten: Es wurde sofort zur Sucht. Heute kann ich mir ehrlich nicht mehr vorstellen, eine MW Liebesgeschichte zu schreiben. (Auch wenn man niemals nie sagen soll.)
Deshalb bin ich sehr froh darüber, dass das Genre Gay Romance bzw. Gay Romance Fantasy in den letzten Jahren immer populärer geworden ist.

Ich glaube, man sollte jedoch unterscheiden zwischen Gay Romance, die von Männern hauptsächlich für Männer geschrieben ist und solcher, die von Autorinnen geschrieben ist und vornehmlich auf ein weibliches Publikum abzielt. (Ausnahmen bestätigen hier die Regel und sind herzlich willkommen! Ich gucke jetzt niemand bestimmten an ;D) Frauen stellen andere Ansprüche an Schwule Literatur als Männer. Man sollte sich vor dem Schreiben überlegen, welches Publikum man ansprechen möchte.
Ich denke nicht, dass nur Männer das Recht dazu haben, Gay Romance zu schreiben. Das sieht man schon allein daran, dass der größere Teil der Leserschaft weiblich ist. Trotzdem gibt es immer noch viele Schriftstellerinnen, die ihre Vornamen abkürzen oder männliche/neutrale Pseudonyme wählen, um ihr Geschlecht zu verschleiern. Das finde ich sehr schade, denn das haben sie meiner Meinung nach gar nicht nötig.

Wie sieht ein normaler Tag bei Dir aus?

Ich stehe meist zwischen sechs und sieben Uhr auf und mache mich sofort ans Schreiben. Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren fühle ich mich gerade morgens wach und fokussiert. Mein Kopf ist dann wie ein frisch hochgefahrener Computer. Sauber und startbereit. Ich arbeite dann bis elf Uhr durch und koche dann Mittag. In dieser Pause schaue ich dann auch in die sozialen Netzwerke, checke News und horche, was in der Welt passiert ist. Nach dem Mittagessen gibt es dann ein kleines Schläfchen (Computer runterfahren und neu starten) und die zweite Schreibphase beginnt oder ich fahre zur Arbeit (Brotjob). Abends passiert dann nichts mehr. Mein Kopf ist sprichwörtlich Matsch. Spätestens 22 Uhr ist bei mir Zapfenstreich.

Worin würdest Du Dich gern verbessern?

Oh, in vielen Dingen. Auf jeden Fall möchte ich meinen Schreibstil verbessern. Ich habe ständig das Gefühl, dass ich beim Schreiben immer dieselben Wörter benutze. Natürlich versuche ich das zu verschleiern und direkte Wortwiederholungen zu tilgen aber es ist verflucht schwer.

Wenn Du an die Zukunft denkst, was würdest Du gern in einem Jahr erreichen?

Ich habe nicht vor, in nächster Zeit meinen Brotjob zu kündigen, aber natürlich arbeite ich daran, meinen Namen bekannter zu machen und auf jeden Fall den Sonderband zu Die Farbe des Lichts herausbringen. Außerdem hoffe ich, bis dahin gut mit meiner zweiten Geschichte voranzukommen.
Der Rest steht in den Sternen.



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