Was gibt's Neues? (28.04.2018)

Sechster Roman, noch kein Titel
Schreibphase (55.000/80.000 Wörter)

Sinnenlust 5
Schreibphase (pausiert)

Sinnenlust Gesamtausgabe
Sommer 2018

Hallo, Ihr Lieben!
Ja, ich lebe noch. Ich habe nur ein halbes Jahr Pause gemacht, schreibe jetzt aber seit Februar an meinem nächsten Roman! Ihr müsst also nicht mehr lange auf etwas Neues von mir warten. Haltet die Augen auf :-)
Eure Di

Sonntag, 28. Dezember 2014

❥ Leseprobe: Pfirsichduft

Eine Stunde lang ritt Desmond über die taufeuchten Wiesen. 
Der Hopfen stand in voller Blüte und selbst bei diesem dunstigen Frühnebel wurde ihm wieder klar, warum man die Grafschaft »Den Garten Englands« nannte. Doch trotz der friedlichen Stille und der frischen Luft war ihm noch elender zumute, als er zum Stall zurückkehrte.
Als er seine Stute in ihre Box brachte, fragte er sich, ob es überhaupt noch irgendetwas auf der Welt gab, das ihm ein bisschen Frieden bescheren konnte. Verdrossen rieb er das Pferd ab, als er ein Geräusch hinter sich vernahm. Er fuhr herum und erblickte den Jäger in der Box gegenüber. Der Junge lehnte an der Wand und blickte ihn an.
Desmond wurde plötzlich unbehaglich zumute, deshalb zog er es vor zu schweigen. Statt seiner Zunge aber regten sich nun wieder die erregenden Bilder von Jimmys Bad im Fluss in ihm. Frustriert biss er die Zähne zusammen.
Auch der Jäger rührte sich nicht, aber als Desmond sich zum Gehen wandte, schnellte er aus der Box und versperrte ihm den Weg.
»Ich habe oft an Sie gedacht, Sir«, sagte er. »Das tue ich immer noch.«
Desmond blieb stehen. Er war ehrlich überrascht, ein derartiges Geständnis aus Jimmy Doyles hübschem Mund zu hören. Aber er war viel zu sehr ein feiner Herr, als dass er sich darauf eingelassen hätte. »Das solltest du nicht, Jimmy.«
»Warum nicht?«
»Weil es nur Zeitverschwendung wäre«, erklärte Desmond und schob sich an ihm vorbei.
Jimmy jedoch startete einen neuen Versuch. »Ich mache mir aber Sorgen um Sie.«
Bitter lachend drehte sich Desmond zu ihm um. »Nichts was mich betrifft, muss dich scheren. Du stehst im Dienste meiner Eltern. Nicht in dem meinen.« Die Offenheit in Jimmys wunderschönen dunklen Augen ängstigte Desmond. Und wie schon vor Jahren beschlich ihn wieder das Gefühl der leisen Bedrohung.
»Ich sehe aber, dass es Ihnen schlecht geht«, erwiderte der Jüngere indes.
Desmonds Ton wurde harscher. »Noch einmal. Was kümmert es dich?«
»Ich kann machen, dass es Ihnen besser geht.«
Desmond sah ihn entgeistert an.
»Lassen Sie es mich Ihnen zeigen, Sir. Kommen Sie.« Mutig nahm Jimmy Desmonds Hand.
Der Ältere aber riss sich unsanft los. »Lass den Unsinn, Hofjäger.« Die zarte Berührung seiner Haut war die reinste Folter für ihn. Eilig lief er zur Stalltür.
»Aber … Sie sind wie ich!«, rief Jimmy ihm nach.
Desmond blieb stehen. Das hatte gesessen. Wie ein giftiger Pfeil hatten Jimmys Worte seine Würde getroffen. Wutentbrannt stapfte er zurück und baute sich vor dem Jungen auf. »Ich bin nicht im Geringsten wie du! Was erlaubst du dir! Du bist nur ein Waldläufer. Ein Dienstbote. Du schläfst unter freiem Himmel. Nehmen wir es genau, hast du nicht einmal das Recht, mich anzusprechen.«
»Entschuldigen Sie, Sir«, murmelte Jimmy kleinlaut, aber dann loderte etwas in seinen braunen Augen auf. »Ich wollte Sie nicht beleidigen. Das habe ich auch nicht gemeint. Ich wollte nur-« Jimmy holte tief Luft. Dann begann er, sein Hemd aufzuknöpfen. »Ich werde es Ihnen zeigen, Sir«, sagte er mit fester Stimme, während er vorsichtigen Schrittes rückwärts in die mit Stroh ausgelegte Box ging. Ein Augenblick verging, dann glitt der derbe Stoff lautlos von seinen Schultern.
 Desmond funkelte ihn düster an, doch seine Augen klebten wie gebannt an dem hinreißenden Körper. »Tu' das nicht, Jimmy«, flüsterte er und in seinen Augen brannten Tränen des Verlangens ...